Fingerprinting
Auf der Startseite stand plötzlich, mit welchem Browser du unterwegs bist. Kein Cookie, kein Login, keine Anmeldung – dein Browser hat es freiwillig erzählt.
Dein Fingerprint
wird berechnet …
Lade die Seite neu: Die ID bleibt gleich. Öffne sie auf einem anderen Gerät oder in einem anderen Browser: Die ID ist eine andere. Genau darum funktioniert Wiedererkennung ganz ohne Cookies.
Der Test: privates Fenster
Viele halten den privaten Modus für einen Tarnmodus. Probier es aus:
- Merk dir die acht Zeichen oben.
- Öffne ein privates Fenster – Strg+Umschalt+N in Chrome und Edge, Strg+Umschalt+P in Firefox, auf dem Mac mit Cmd statt Strg.
- Ruf diese Seite dort noch einmal auf und vergleiche.
In den meisten Browsern steht dort dieselbe ID. Der private Modus löscht Cookies, Verlauf und Anmeldungen – aber er tauscht weder deine Grafikkarte noch deine Schriftarten oder deine Zeitzone aus. Für eine Webseite siehst du praktisch gleich aus wie vorher.
Was der private Modus wirklich leistet: Er verbirgt deine Spuren vor anderen Personen am selben Gerät. Vor der besuchten Webseite verbirgt er fast nichts.
Das verrät dein Browser gerade
| Merkmal | Wert |
|---|
Alle Werte werden ausschliesslich in deinem Browser berechnet und angezeigt. Wir speichern sie nicht, senden sie nirgendwohin und legen kein Cookie an.
Wie die ID entsteht
Die auffälligsten Merkmale sind nicht Bildschirmgrösse oder Sprache, sondern diese drei:
Canvas-Signatur: Der Browser zeichnet im Hintergrund einen kurzen Text mit einem farbigen Kreis. Je nach Grafikkarte, Treiber und Schriftarten entstehen dabei minimal andere Pixel. Aus dem Bild wird eine Prüfsumme berechnet – für dein Gerät immer dieselbe.
Grafikkarte: Über WebGL gibt der Browser das genaue Modell preis, oft inklusive Treiber.
Schriftarten: Welche Schriften installiert sind, lässt sich messen, indem man denselben Text in verschiedenen Schriften rendert und die Breite vergleicht. Die Kombination verrät viel über System und installierte Software.
Audio-Signatur: Ein kurzer Ton wird berechnet, ohne dass du ihn hörst. Wie er im Detail klingt, hängt von Prozessor und Audiobibliotheken ab – ein zweiter Fingerabdruck, der auch dann funktioniert, wenn Canvas blockiert ist.
Auf dem Smartphone
Handys verraten teils mehr als Computer, weil ihre Ausstattung so einheitlich ist. Apple verkauft nur eine Handvoll Bildschirmgrössen – aus Auflösung und Pixeldichte lässt sich deshalb ziemlich genau ableiten, welches Modell du in der Hand hältst.
Akkustand: Android-Browser verraten Ladezustand und ob gerade geladen wird. Ein Wert wie «63 Prozent, lädt nicht» ändert sich langsam und macht dich damit über Minuten hinweg über verschiedene Webseiten hinweg wiedererkennbar. Apple hat diese Schnittstelle genau deshalb nie eingebaut.
Verbindung: Mobilfunk oder WLAN, geschätzte Geschwindigkeit und ob du im Datensparmodus unterwegs bist.
Auf einem iPhone bleiben einige Felder leer: Safari nennt die Grafikkarte nur als «Apple GPU», kennt keine Akku-Schnittstelle und verfälscht die Canvas-Signatur teilweise absichtlich. Das ist kein Fehler dieser Seite, sondern aktiver Schutz – und ein guter Grund, warum die ID dort zwischen zwei Besuchen wechseln kann.
Und deine IP-Adresse?
Die IP-Adresse kennt dein Browser selbst nicht – sie ist nur für den Server sichtbar, mit dem du sprichst. Wer sie dir anzeigen will, muss also einen Server fragen. Genau das passiert beim Klick auf den Knopf: Deine IP-Adresse wird an den Dienst ipapi.co übermittelt, der daraus Anbieter und ungefähren Ort ableitet.
Anders als alles andere auf dieser Seite verlässt dieser Schritt deinen Browser. Deshalb passiert er nur, wenn du ihn ausdrücklich auslöst.
Warum das für Tracking reicht
Jeder einzelne Wert ist harmlos. Viele Menschen nutzen Firefox, viele haben einen Bildschirm mit 1920×1080 Pixeln. Kombiniert man aber genügend solcher Merkmale, entsteht eine Kombination, die nur noch auf sehr wenige Menschen zutrifft – oft nur auf eine einzige.
Der Unterschied zum Cookie: Ein Cookie kannst du löschen. Einen Fingerprint nicht, denn er besteht aus Eigenschaften deines Geräts. Auch ein privates Fenster hilft nur begrenzt, weil sich Grafikkarte, Schriftarten und Zeitzone dadurch nicht ändern.
Was wir stattdessen tun
Wir nutzen für unsere Statistik Umami. Das zählt Seitenaufrufe ohne Cookies und speichert die Daten in der Schweiz. Wir sehen also, dass diese Seite aufgerufen wurde – aber nicht, wer du bist.
Was du dagegen tun kannst
Browser wie Firefox oder Tor liefern bewusst vereinheitlichte Werte, damit möglichst viele Nutzerinnen und Nutzer gleich aussehen. Firefox kennt dafür den Schalter resistFingerprinting. Auch Inhaltsblocker helfen, weil die meisten Fingerprinting-Skripte von wenigen bekannten Anbietern stammen.